„Speisenservice auf Hotelniveau“

„Speisenservice auf Hotelniveau“

Der Markt für Küchenlogistik, Speisentransport und Speisenverteilung hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Allerdings ist der Markt auch hart umkämpft. Wie das Unternehmen Temp-Rite dem Innovations- und Preisdruck standhält, darüber sprach VerpflegungsManagement mit Geschäftsführer Dirk Schwenk.

VM: Herr Schwenk, wie entwickelt sich nach Ihrer Einschätzung derzeit der Markt für Speisenverteilung, -transport und Küchenlogistik allgemein?

Schwenk: Der Gesamtmarkt entwickelt sich weiterhin positiv, wobei zu beachten ist, dass sich die Bedürfnisse der Kunden sehr unterschiedlich entwickeln. Wir beobachten verschiedene Dynamiken im Markt. Auf der einen Seite liegt der Fokus auf Effizienz mit dem Anspruch auf hohe Qualität, auf der anderen Seite eine verstärkte Nachfrage nach Individualität und dem Bestreben, eine große Auswahl an Speisen in Buffetform anzubieten. Besteht aktuell eher die Nachfrage nach großen  Speisenverteillösungen oder werden auch mittlere und kleine Projekte ausgeschrieben?

VM: Und wie läuft die Nachfrage der unterschiedlichen Zielgruppen Krankenhäuser und Seniorenheime?

Schwenk: Die Kliniken investieren weiterhin in die Modernisierung ihrer Einrichtungen und Systeme. Wir erkennen, dass neue Zentralküchen und Verteilzentren entstehen, aus denen eine größere Anzahl an Krankenhäusern mit speziell abgestimmten Logistikkonzepten versorgt werden. Im Marktsegment der Seniorenheime steht zunehmend der einzelne Bewohner als Gast im Mittelpunkt. Hier suchen unsere Kunden nach Lösungen, die sich gut mit dem Wort Hospitality – zu Deutsch also Gastfreundlichkeit – beschreiben lassen.

VM: Welche Produktions- und Verteilkonzepte stehen im Vordergrund?

Schwenk: Der Trend in den Segmenten Klinik und Care zielt weiterhin auf Cook&Chill-Konzepte ab. Parallel erkennen wir einen zunehmenden Trend bei der Suche nach Lösungen für die Regenerierung
von Großgebinden.

VM: Welche wirtschaftlichen Erwartungen haben Sie an den Markt für die nächsten ein bis zwei Jahre?

Schwenk: Die Rahmenbedingungen sind stabil und die Einrichtungen des Gesundheitswesens
unterliegen in Bezug auf Qualität der Patientenversorgung einem großen Wettbewerb.

VM: Wie entwickelt sich parallel dazu Temp-Rite wirtschaftlich?

Schwenk: Wir sind ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen unter dem Dach der Ali-Gruppe und investieren jedes Jahr in die Weiterentwicklung der aktiven Systeme für Kontaktwärme und Umluft. Dies gilt auch für das Segment der Buffetwagen mit neuem Design, digitalen HACCP-Lösungen und
innovativer Funktionalität. Ein großes Augenmerk liegt auf dem Ausbau der eigenen Serviceabteilung mit spezialisierten Technikern.

VM: Was waren nach der Integration in die Ali-Gruppe die wichtigsten Veränderungen in Ihrem Unternehmen und wie ist Temp-Rite heute strategisch aufgestellt?

Schwenk: Eine wichtige Veränderung in unserer strategischen Ausrichtung war sicherlich die im Jahr 2018 vollzogene Re-Positionierung der Marke Temp-Rite und die Definition der strategischen Geschäftsfelder. Hier steht als zentrales Element des Markenauftritts die gezielte  Kundensegmentansprache im Mittelpunkt. Wir haben vier Kundensegmente definiert: Neben Klinik
und Care gibt es Junior für Schulen und Kindertagesstätten sowie Catering.

VM: Wo liegen dabei Ihre Schwerpunkte?

Schwenk: Weiterhin in den Geschäftsfeldern Klinik und Seniorenheime. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Ernährung in Ganztagsschulen und Kindergärten erkennen wir auch in diesem Markt ein hohes Potenzial an Speisenverteilsystemen. Als viertes Geschäftsfeld haben wir den Bereich Catering definiert, der sich aktuell noch im Aufbau befindet. Hier liegt der Fokus auf Konferenz-Catering und Lösungen für den Speisentransport außerhalb des Gesundheitsmarktes.

VM: Wo liegt bei Ihnen der technologische Schwerpunkt?

Schwenk: Wir sind einer der wenigen Komplett-Systemanbieter am Markt. So heterogen wie der Markt aufgestellt ist, so vielfältig sind auch die Bedürfnisse unserer Kunden. Aus diesem Grund wollen wir nicht einen Schwerpunkt setzen, sondern aus dem Blickwinkel des Kunden die jeweils beste Lösung anbieten.

VM: Sehen Sie dennoch eine Tendenz Richtung Umluft, Kontaktwärme, Induktion oder passive Systeme?

Schwenk: Wir erkennen im Rahmen unserer nationalen und internationalen Ausrichtung eine verstärkte Nachfrage nach Umluft-Technologien, auch Kontaktwärme ist weiterhin gefragt und sehr relevant.

VM: Welche Kunden fragen welche Systeme nach?

Schwenk: Umluft und Kontaktwärme wird primär von den Kunden angefragt, die eine Versorgung
aus einer Zentralküche favorisieren und tablettierte Lösungen suchen. Bei den passiven Systemen haben wir mit dem Temp-Royal eine optimale Lösung, gerade in Kombination mit dem leichten und stabilen Temp-Trolley als Tablett-Transportwagen.

VM: Welche Sortimente werden bei ihnen heute am meisten nachgefragt und welche Entwicklung in den Sortimenten streben Sie für die Zukunft an?

Schwenk: Buffetwagen-Systeme, mit Serve-Rite und Temp-Classic Pro haben für Temp-Rite eine führende Bedeutung im Bereich Care. Hier sehen wir uns im gesamten deutschsprachigen Markt als
marktführend. Im Bereich Klinik sind wir mit dem Umluftsystem Dock-Rite und bei den Kontaktwärme-Systemen mit dem Temp-Contact gut aufgestellt. Aber das Beste ist: Wir werden auch in den kommenden zwei Jahren mit neuen Produkten und Entwicklungen auf uns aufmerksam machen.

VM: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Fachplanern in den letzten Jahren entwickelt?

Schwenk: Die Fachplaner sind für Temp-Rite wichtige Entscheider und Wegbereiter. Der persönliche Kontakt zu den Fachplanern wird von Seiten unseres Vertriebsleiters Stefan Mühlbauer und den Gebietsleitern betreut. Hier geht es darum, zuzuhören, damit wir die Entwicklungen und Anforderungen
der Marktbeteiligten verstehen. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen entwickeln wir anschließend gemeinsame Lösungen. Darüber hinaus sind wir auch Mitglied im Verband der Fachplaner.

VM: Wie wollen Sie die Zusammenarbeit mit Fachhändlern in Zukunft intensivieren?

Schwenk: Temp-Rite verbindet mit einzelnen Fachhändlern eine enge Partnerschaft. Diese werden wir weiter pflegen und ausbauen und die Partner mit unserem Know-how unterstützen.  Strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen sind wichtig und Teil unserer Identität.

VM: Werden digitale Lösungen und Connectivity auch in der Speisenverteilung wichtiger?

Schwenk: Ja! Connectivity und digitale Lösungen werden als Standard von unseren Kunden erwartet: Hier bieten wir schon heute zum Beispiel beim Temp-Classic Pro die innovative Touchscreen Pro-Steuerung an, welche die Bedienung des Wagens mit Hilfe selbsterklärender Apps außerordentlich
einfach macht. Die HACCPCloud-Lösung ist der Standard  seit dem vierten Quartal 2019.

VM: Welche Themen der Speisenverteilung werden für Sie die wichtigsten in den nächsten zehn Jahren sein?

Schwenk: Vom Patienten – zum Kunden – zum Gast: Dies ist die Evolution, die in unserem Kernmarkt Healthcare stattfindet. Wir sehen uns als Vorreiter und möchten den Verwöhnmoment in der Speisenversorgung von Patienten und Senioren stärker in den Mittelpunkt stellen. Denn unsere Buffetsysteme ermöglichen durch ihre Konzeption, Ausstattung, Form und Farbgebung einen  Speisenservice auf Hotelniveau. Wenn es darum geht, die Notwendigkeiten des Kunden zu erkennen und ihn mit zukunftsweisenden und nachhaltigen Komplettlösungen aus einer Hand zu unterstützen, werden wir nicht nur als innovativer, ganzheitlicher Systemanbieter wahrgenommen, sondern auch
als verlässlicher Partner. Unser neuer Firmenslogan „We serve the solution“ soll genau dieses verdeutlichen.

Quelle: Ralf Lang, VerpflegungsManagement

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